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Toldot תולדות „Geschlechter“ Bereschit/1. Mo./Genesis/Anfänge 25,19 – 28,9

Beitrag  Admin Heute um 15:28

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28. Cheschwan 5774 – 1.11.13
Toldot תולדות „Geschlechter“ 25,19 – 28,9

Schalom liebe Freunde und Leser!

Unsere Torah sagt aus: „Und עֵשָׂו Esaw kam vom Feld heim und er war עייף ajef müde. Bereschit 25,29. 

Rav Nissan Alpert bemerkte dazu, dass das Wort „ajef“, jemand war müde, hier zum ersten Mal in der gesamten Torah erscheint. 

Wenn wir das Leben von 

אַבְרָם Awraham unserem Vorvater verfolgen, finden wir genügend Gründe, wieso er müde sein konnte, dennoch unsere Torah erwähnt nie, dass er müde war. 

Awraham hatte ein langes, hartes und mühseliges Leben. Er musste seinen Geburtsort verlassen, alles aufgeben und nach Kana’an ziehen. In Kana’an dann brach eine Hungersnot aus und Awraham musste deshalb weiter nach Mizrajim reisen. Nach seiner Rückkehr half er seinem Neffen Lot beim Existenzaufbau. Um Lot zu retten wurde er in einen Krieg verwickelt. Spät wurde er erst Vater und musste das traumatische Erlebnis der Bindung יִצְחָק Jizchak`s bewältigen. 
Awraham hatte ein hartes, langes, ermüdendes Leben und doch bezeichnet unsere Torah Awraham nie als müde. 

Esaw ist der erste Mensch, bei dem wir das Wort עייף ajef müde finden. Was will uns dies sagen?



Rav Alpert meint, dass es nicht die jüdische Art ist, vom Leben müde zu sein.


Für einen Menschen, der sich mit Geistigem also mit Torah und Mizwot beschäftigt und sich in seinem Leben damit befasst gibt es einen Segen den dieser Mensch erfährt: „Diejenigen, welche auf HaSchem hoffen, werden neue Kraft haben, ihnen werden Flügel wie Adler wachsen. Sie rennen und ermüden nicht, sie gehen und ermatten nicht.“ Jeschajahu 40,31

Vom Awodat HaSchem עבודת השם  Dienst für GOtt wird man nie müde, denn dieser wirkt verjüngend. 

Manchmal ist man erschöpft und denkt, dass die Kräfte erlahmen, der Segen jedoch bewirkt, nicht nachzulassen..

So dem Menschen das Geistige fehlt, er kein Ziel im Leben hat, wird er schnell ausgelaugt sein, wird er schnell erschöpft und müde sein.. 

עייף ajef müde bedeutet auch abgehetzt, matt, überdrüssig, ruhe-und schlafbedürftig..

Jemand der den ganzen Tag nur herumsitzt und zum Beispiel nur Karten spielt oder vor dem PC sitzt und zockt, wird bald des Kartenspielens und der Zockerei müde..

Wer ausschliesslich ein Arbeitstier ist, das Geistliche und die Ruhe den Sinn und Zweck des Lebens ausser acht lässt wird des Lebens leicht überdrüssig werden, wird müde, unaufmerksam..

Wie viele Menschen kennen wir in unserem Bekanntenkreis, sie sind müde, erschöpft, matt, ausgelaugt. Das Wort Burnout oft zu hören oder zu lesen in unserer heutigen Gesellschaft..

Jemand der HaSchem dient kennt keine Müdigkeit, denn seine Kraft wird erneuert..

Durchhaltevermögen, Ausdauer, Krafterneuerung, Erquickung und Verjüngung kommt denen zu Gute und zeichnet diejenigen aus, die sich mit GOttes Dingen beschäftigen, die ihr Leben in den Dienst für HaSchem ganz einsetzen.

Jüdisch sein ist also nicht müde zu sein! Oder wie der Grundgedanke von Rav Nissan Alpert es ausdrückt: „Es ist nicht jüdisch, müde zu sein.“

‎‏יַעֲקֹב‎ Ja`akow und עֵשָׁו Esaw bewegten sich schon im Bauch ihrer Mutter רִבְקָה Riwka heftig gegeneinander..

Raschi erklärt dazu, dass das Bewegen daher rührte weil Ja`akow jedes Mal wenn Riwka an den Lehrhäusern von Schem und Ewer vorbei kam, den Bauch verlassen wollte um dort zu lernen, Esaw hingegen wollte den Bauch immer dann verlassen, wenn sie an einer götzendienststelle vorbeiging.. 

Jeder der beiden strebte zu dem, was seiner Veranlagung näher lag..

Unsere Weisen sagen, dass jedem Kind vor der Geburt von einem Engel/Boten die Torah beigebracht wird. Kurz vor der Geburt vergessen wir jedoch alles Gelernte und müssen es uns im Verlaufe unseres Lebens wieder aneignen. Dies ist nötig, weil wir ohne jegliches Vorwissen gar nicht die Möglichkeit hätten, Torah zu lernen. Die Tatsache, dass wir sie schon einmal kannten, und unser Wissen eigentlich nur auffrischen müssen ermöglicht es uns überhaupt erst Torah zu lernen.

Raw Kook stellt dazu die Frage, weshalb es Ja’akow in die Lehrhäuser hinausdrängte, obwohl er im Bauch seiner Mutter doch einen Engel als Lehrer hatte?

Die Antwort dazu: es ist nicht nur wichtig, von wem man lernt, sondern auch, in welcher Gesellschaft. 

Denn der Mensch wird von seinem Umfeld und von seinen Mitmenschen beeinflusst, und muss sich deshalb gute Freunde, Nachbarn, aber auch Lernpartner suchen. Deswegen war es für Ja’akow in dieser Situation besser, Torah von einem Menschen in guter Gesellschaft zu lernen, als von einem Engel/Boten, in Gesellschaft seines Bruders Esaw.


Jeder Mensch hat Veranlagungen oder auch Neigungen, jeder Mensch hat die Freiheit sich zu entscheiden und auch an sich zu arbeiten, nicht müde zu werden ein besserer Mensch zu werden und seine Pflicht, den Ruf HaSchem`s in Seinem Leben anzunehmen, jede Art götzendienst zu meiden..

Esaw war nach seiner Müdigkeit sein Erstgeburtsrecht nichts wert, Esaw verachtete sein Erstgeburtsrecht, nach Raschi bestätigt dieser Ausdruck nur Esaw`s Bosheit.

Er gibt zu verstehen, dass er nur an das Heute denkt, kein Ziel für das Leben im Sinne hat für das Morgen, keinen höheren Zweck im Leben erkennen konnte, er war so vertieft in seine Arbeit und Beschäftigung, dass er nicht wie ein normaler Mensch reagieren konnte, durch dieses Verhalten drückt er auch aus, dass er kein Interesse am Dienst für GOtt hat, welcher eng mit dem Erstgeburtsrecht, der Verheissung von HaSchem verbunden ist. 

Ja`akow konnte aus diesem Verhalten schliessen, dass Esaw HaSchem nicht so dienen kann, wie es unser KÖnig des Universums im Sinn hat.

..heute, jetzt gib mir das rote Zeugs, dies hat Esaw mehr beschäftigt und interessiert als eine Pflicht die er gehabt hätte gegenüber HaSchem..

Mit den Worten:-..siehe ich gehe sterben, was für einen Wert hat die Bechora/das Erstgeburtsrecht für mich?- wendet sich Esaw von GOtt ab. Hebräisch: „Hineh ani holech lamuth, lamah seh li Bechora?“ Bereschit 25,32
Seh dies Wort hat eine spezifische Bedeutung, auf die im Pasuk/Vers, im Lied beim Jam Suf/Schilfmeer angespielt wird: „Seh Keli, WeAnwehu/dies ist mein GOtt und ich will IHN verherrlichen“. Schemot 15,2 

Das Wort: „Seh“, weist also auf HaSchem hin, so kann man daraus schliessen, dass Esaw mit seiner Formulierung auch fragte: Wer braucht GOtt überhaupt?

Solch ein Mensch der wie eine Welle mal 10 Meter hoch dann wieder flach, unbeständig und ohne festes Ziel hin und her schwappt, ein Gerechter oder Ungerechter zu sein, bleibt im Gegensatz zum Gerechten der sein Ziel nie ausser acht lässt und auf gutem Kurs bleibt, irgendwann auf der Strecke, er ermüdet und hält nicht durch, weil ihm HaSchem und der Dienst für unseren VAter in Wirklichkeit tief innerlich wie äusserlich gar nichts bedeuten..

Möge der EWige uns segnen und bestärken im Dienst für IHN uns aufrecht erhalten in Treue und im Vertrauen zu IHM, damit wir nicht müde werden und beständig voranschreiten und wachsen in der Gnade und dem Segen den HaSchem uns gewährt, auf IHN zu hören und zu gehen, zu tun..

Das Heute ist wichtig doch nicht ohne das Morgen welches ein Ziel und eine Einheit zu Gestern hat.. 

Damit will ich sagen, wenn unser Ziel im Sinne unseres VAters ist, haben wir heute uns dementsprechend zu verhalten und unsere Entscheidungen zu treffen. 

Wenn unser Gestern nicht mit HaSchem und nicht in Seinem Sinne war, so können wir HaSchem um Versöhnung bitten und fortan den Weg der Techuwa gehen.. 

Gestern hat Adonaj EL Chaddai den Mensch geschaffen und ihm ein Ziel gegeben welches jeder Mensch guten Willens, dem HaSchem etwas bedeutet gehen kann. Unsere Veranlagung oder der Hang zum bösen Trieb hat sich einzureihen und nicht zu überwiegen, wir können an unserem Charakter arbeiten und haben eine Pflicht und auch einen besonderen Segen dazu von HaSchem erhalten.

Wir können uns frei entscheiden und haben so einen Einfluss der uns entweder zum Fluche oder zum Segen wird, wir selbst können zum Fluche oder zum Segen werden. Nur die Anbindung an HaSchem wird unserem Leben den rechten Sinn und Zweck vermitteln. Durch die Weisungen/Torah heiligt ER uns, wir dürfen sie studieren und befolgen..

Jüdisch sein ist nicht nur ein Glaubensbekenntnis mit Worten, es ist eine Haltung und unser Tun, es ist unsere Denkweise und unser Ziel vor den Augen, in unserem Herzen, tief in unserer Neschamah, in unserem Willen verankert, sich zu entscheiden, beharrlich seinen eigenen Weg zu gehen

vor ‎“אֱלֹהֵינוּ ‏אֶחָד 
 Elohejnu  Echad“,

und in dieser Welt, seine Pflicht zu erkennen, diese zu erfüllen mit aller Kraft und allem Vermögen..

Auch dann, wenn wir aus ungünstigen Verhältnissen stammen würden oder von Anfang an durch Menschen bedrückt oder verletzt wurden, es gibt die Techuwa, und es gibt Heilung vom bösen Weg.. Wir können uns entscheiden und wählen und wir dürfen HaSchem anflehen unsere Hilfe zu sein unser Heil zu sein!

Unsere Kraft wird erneuert und wir bekommen die Kraft „Unseres GOttes Einzig“, der uns stärkt und bewegt, weil wir auf IHN hoffen! Wir hoffen auf HaSchem weil wir IHN lieben und auf IHN hören und danach handeln..

..die aber auf HaSchem harren, kriegen neue Kraft, daß sie auffahren mit Flügeln wie Adler, daß sie laufen und nicht matt werden, daß sie wandeln und nicht müde werden. Jeschajahu 40,31

Buber-Rosenzweig-Übersetzung: Tehillim 103
1Von Dawid. Segne, meine Seele, IHN, all mein Innres, seiner Heiligung Namen! 2Segne, meine Seele, IHN, und vergiß nimmer, was all er fertigte dir: 3der all dein Fehlen verzeiht, der all deine Erkrankung heilt, 4der dein Leben aus der Grube erkauft, der mit Huld und Erbarmen dich krönt, 5der deine Reife sättigt mit Gutem, daß sich wie des Adlers deine Jugend erneut! 6ER wirkt Bewahrheitungen, Rechtfertigungen allen Bedrückten.. 7Seine Wege gab er Mosche zu wissen, den Söhnen Jissraels sein Handeln: 8erbarmend und gönnend ist ER, langmütig und reich an Huld, 9nicht streitet er in die Dauer, nicht trägt in die Zeit hin er nach. 10Nicht nach unsern Sünden wirkt er an uns, nicht nach unsern Fehlen fertigt ers uns, 11sondern wie hoch Himmel über der Erde, ist seine Huld den ihn Fürchtenden überlegen, 12wie fern Aufgang von Abend, entfernt er von uns unsre Abtrünnigkeiten. 13Wie ein Vater sich der Kinder erbarmt, erbarmt sich ER der ihn Fürchtenden. 14Denn er ists, der weiß um unser Gebild, eingedenk, daß wir Staub sind. 15Das Menschlein, wie des Grases sind seine Tage, wie die Blume des Feldes, so blühts: 16wenn der Wind drüber fährt, ist sie weg, und ihr Ort kennt sie nicht mehr. 17Aber SEINE Huld, von Weltzeit her und für Weltzeit ist über den ihn Fürchtenden sie, seine Bewährung für Kinder der Kinder 18denen, die seinen Bund hüten, denen, die seiner Verordnungen gedenken, sie auszuwirken. 19ER hat seinen Stuhl im Himmel errichtet, und sein Königtum waltet des Alls. 20Segnet IHN, ihr seine Boten – starke Helden, Werker seiner Rede – , im Horchen auf den Schall seiner Rede! 21Segnet IHN, ihr all seine Scharen, die ihm amten, Werker seines Gefallens! 22Segnet IHN, ihr all seine Werke an allen Orten seines Waltens! Segne, meine Seele, IHN!


Baruch HaSchem!

Schabbat Schalom
eure Anastasia

P.S. 
..ihnen werden Flügel wie Adler wachsen. Sie rennen und ermüden nicht, sie gehen und ermatten nicht.“ Jeschajahu 40,31
was bedeutet ihnen werden Flügel wachsen? ..dies bedeutet sie erhalten zusätzliche Kraft von HaSchem! HalleluJah
 


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Hört und seht wie gut der HErr ist, lasst euch segnen und erlebt neue Freude in eurem Leben. 
Bleibt nicht stehen sondern geht..

– שמע ישראל יהוה אלהינו יהוה אחד –  Schema Jisrael, Adonai Eloheinu, Adonai Echad – Höre Jisrael, der HErr unser GOtt (ist) einzig – Ακουε Ισραηλ κυριος ο θεος ημων κυριος εις εστιν 

Elohim spricht zu Seinem Volk, und es antwortet das ganze Volk mit einmütiger Stimme in dem sie sagen: * ALLE Worte die JaHWeH geredet hat, wollen wir tun!! *
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